Die Stadtwerke Niebüll GmbH

Am 12. November 1906 begann die Geschichte der heutigen Stadtwerke Niebüll. Damals gründeten vorausschauende Gemeindevertreter aus Niebüll und Deezbüll eine Gesellschaft zum Betrieb einer Gasanstalt. Diese wurde in Bahnhofsnähe gebaut und ging 1907 in Betrieb.

1924 wurde Niebüll an das Stromnetz angeschlossen und der Aufbau eines elektrischen Versorgungsnetzes in der Stadt zügig umgesetzt.

Die Zeitumstände nach dem 2. Weltkrieg, geprägt durch hohe Arbeitslosigkeit und eine unsichere Zukunftsperspektive, hinterließen auch ihre Spuren bei der Energieversorgung. Doch ab 1950 wuchs im Zuge des zunehmenden Wohlstandes – beispielsweise wurden Kühlschränke in Massenproduktion hergestellt – der Absatz von Strom und Gas, so dass die Versorgungsnetze in Niebüll und Deezbüll kontinuierlich weiter ausgebaut werden mussten, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Die Versorgung mit Stadtgas aus dem alten Gaswerk wurde 1964 auf Flüssiggas umgestellt. Seit 1983 wird Niebüll mit Erdgas versorgt.

Neben Strom und Erdgas liefern die Stadtwerke auch Nahwärme. Der Stromabsatz hat sich in den vergangenen 60 Jahren von ca. 0,6 auf über 40 Millionen kWh erhöht. Der Gasabsatz stieg in derselben Zeit von ca. 1,0 auf  über 70 Millionen kWh an.

Im Laufe der über hundertjährigen Geschichte der Stadtwerke änderte sich mehrfach deren Struktur und Rechtsform: von der GmbH zum Zweckverband (1924), in den fünfziger Jahren zum kommunalen Eigenbetrieb und 1999 wieder zur GmbH. Anlass zur Umwandlung in die heutige Rechtsform war der Weg vom Monopol zum deregulierten Strommarkt auf Grund europäischer Gesetzgebung. Die damit verbundene Eigenverantwortung, geprägt durch schnelle Entscheidungsfindung nach technischen und kaufmännischen Prinzipien, ermöglichte es den Werken, auf Veränderung des Marktes flexibel zu reagieren.

Erhebliche Kostenvorteile bringen seit 2002 die enge Kooperation mit den Gemeindewerken Leck und seit 2008 mit den Stadtwerken Bredstedt. Die Geschäftsführung sowie die technische und kaufmännische Leitung für die drei Unternehmen werden in Personalunion erbracht. Voraussetzung für diese effektive Kooperation ist der Einsatz gleicher Technik und Arbeitsmethoden sowie der Datenverarbeitungssysteme. So können viele Synergien, die heute üblicherweise durch Fusionen erreicht werden sollen, bereits auf diesem Wege für alle drei Unternehmen erschlossen werden.

 

Die Entwicklung zur nachhaltigen Energieversorgung wird auch durch die Stadtwerke unterstützt. So werden zwei eigene Photovoltaikanlagen und eine Erdgastankstelle betrieben, eine Beteiligung am Windpark ist vorhanden und im Stadtgebiet erzeugter Windstrom wird unter dem Namen „Umweltstrom Niebüll“ direkt vermarktet. Darüber hinaus wurde von den Stadtwerken ein Mikrogasnetz für den Transport von Biogas aufgebaut und betrieben. Das unaufbereitete Biogas wird von der Anlage der „Niebüller Biogas GmbH“ in Uhlebüll bezogen und in drei Satelliten-BHKW, unter anderem im Krankenhaus und an der Schwimmhalle, verstromt. Die dabei entstehende Wärme wird für die Gebäudeheizung verwendet.

Die Auswirkungen des im Jahre 2005 in Kraft getretenen Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (EnWG) stellen die Stadtwerke vor neue Herausforderungen. In über 120 Paragrafen und umfangreichen Verordnungen regelt das Gesetz die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes. Wesentliche Neuerungen betreffen die Entflechtung von Netzbetrieb, Energieerzeugung und Vertrieb. Die Stadtwerke haben daher 2007 eine eigene Netz-Gesellschaft gegründet. Diese ist für den Betrieb und die Instandsetzung der Strom- und Gasnetze zuständig und damit auch für den Netzzugang und die Netznutzung.

Die Stadtwerke haben sich der rasanten Entwicklung der letzten Jahre in der Energieversorgung technisch und wirtschaftlich kontinuierlich angepasst. Die Strom-, Gas- und Wärmenetze sind in gutem Zustand, der Name steht für Kompetenz vor Ort. Die Stadtwerke werden daher die weitere Wandlung in Markt und Wettbewerb mit einer motivierten und engagierten Mannschaft meistern. Sie haben bereits frühzeitig die Kundenorientierung an erste Stelle gesetzt.